Politische Entwicklungen

Die Gefahren des Corona-Virus (SARS-CoV-2) und die sich daraus ergebenen Anforderungen für das Leben bleiben eine große Herausforderung. Die Eindämmung der Corona-Pandemie umfasst weitreichende Kontaktbeschränkungen, die den Alltag verändert haben. Auch im Hinblick auf die Lockerungen wird das Leben in den kommenden Monaten deutlich anders verlaufen als bisher. Die Kinder- und Jugendpolitik sowie die Kinder- und Jugendhilfe bleiben damit gefordert, im Sinne junger Menschen nach Lösungen zu suchen sowie Ideen und Perspektiven zu entwickeln.

Foto: Unsplash/Martin Sanchez

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Kinder- und Jugendpolitik - Entwicklungen, Positionen, Informationen

Die weitreichenden Maßnahmen zur Einschränkung der COVID-19 Pandemie haben für Kinder und Jugendliche in den vergangenen Wochen Möglichkeiten für soziale Teilhabe, Beteiligung und  Bildung  verschlossen. Kinder- und Jugendarbeit leistet einen bedeutenden Beitrag für das Aufwachsen junger Menschen. Sie stellt ihnen die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote zur Verfügung und schafft Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe und Mitbestimmung (vgl. § 11(1)  SGB  VIII).

Die  pandemiebedingten  Einschränkungen  werden das  Leben  noch  länger bestimmen. Kinder-  und  Jugendarbeit bleibt gefordert angemessene Angebotsformen gemeinsam mit jungen Menschen zu entwickeln. Dabei müssen die politischen und strukturellen Rahmenbedingen gesichert werden, damit Kinder- und Jugendarbeit als sozialer Ort für Begegnung, Bildung, Beteiligung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen auch in Pandemie-Zeiten und darüber hinaus möglich bleibt. Dass bedeutet, dass es direkte Absprachen und Vereinbarungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen und verlässliche Zusagen geben muss. Als aej empfehlen wir den Kontakt zu den derzeitigen Fördergebern (i.d.R. Jugendämter, Jugendministerium) zu suchen und zu prüfen, welche Informationen der jeweilige Landesjugendring und/oder das Landesjugendministerium über Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen.

  1. Die Bundesregierung hat ein weitreichendes Konjunkturpaket „Corona-Folgen bekämpfen, Wohlstand sichern, Zukunftsfähigkeit stärken“ beschlossen. Das Eckpunktepapier konkretisiert die Überbrückungshilfen für gemeinnützige Unternehmen. Jugendbildungsstätten und Familienferienstätten sind explizit erwähnt und können eine Förderung der fortlaufenden Fixkosten beantragen. Eine Einschätzung zum Konjunkturpaket hat der Deutsche Bundesjugendring veröffentlicht:

    Konjunkturpaket: Konkretisierung für gemeinnützige Organisationen

    Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Eckpunkte „Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb im Zuge der Corona-Krise ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen müssen“

  2. Das Forum Transfer der ism gGmbH will als Kommunikations- und Transferplattform Fach- und Leitungskräfte der Kinder- und Jugendhilfe darin unterstützen, trotz der COVID-19 Pandemie arbeitsfähig zu bleiben. Die Plattform bietet Hinweise, Empfehlungen und Beispiele guter Praxis.

    Zum Forum Transfer

    Gebündelte Links zu den Informationsseiten der Landesjugendringe mit Informationen und Hinweisen zur Kinder- und Jugendarbeit in den einzelnen Bundesländern.

  3. Das Recht junger Menschen auf Schutz vor Gewalt – Verantwortung aller jenseits institutioneller Grenzen
    Das Bundesjugendkuratorium weist darauf hin, dass Standards, Fachwissen und Konzepte rechtlich verankert werden müssen, um Kinder und Jugendliche vor seelischer, körperlicher und sexualisierter Gewalt durchgängig und wirkungsvoll zu schützen.

    Kinder- und Jugendrechte in der Krise stärken!
    In einem Zwischneruf ruft das BJK dazu auf, die Rechte von jungen Menschen gerade in Krisenzeiten nachhaltig zu sichern und zu verwirklichen. Dabei sollten im aktuelle Dezember-Lockdown Hilfen und Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche in prekären Lebenslagen besonders in dn Blick genommen werden.

    Unterstützung von jungen Menschen in Zeiten von Corona gestalten! Kinder- und Jugendpolitik ist gefordert!
    Im aktuellen Zwischenruf spricht sich das Bundesjugendkuratorium für eine aktive Kinder- und Jugendpolitik aus, die in der derzeitigen Krise für junge Menschen und mit ihnen sowie ihren Familien einen kinder- und jugendgerechten Alltag ermöglicht und organisiert.

Aktuelle Studien

Studie JuCo 2: "Die Corona-Pandemie hat mir wertvolle Zeit genommen“ – Jugendalltag 2020

Im November 2020 wurde eine zweite bundesweite Online-Befragung (JuCo 2) von jungen Menschen zu ihren Erfahrungen während der Corona-Zeit durchgeführt. Erste Ergebnisse der Befragung von über 7000 Jugenmdlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 30 Jahren liegen nun vor. Sie zeigen eindrücklich, wie sehr sich der Lebensalltag der jungen Menschen in den unterschiedlichen Lebensbereichen durch die Corona-Pandemie verändert hat und wie sehr sich dies auf ihr Empfinden und Erleben auswirkt.

Zu den Ergebnissen der Studie JuCo 2

Studie JuCo: Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen

Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ präsentiert erste Ergebnisse der bundesweiten Studie "JuCo – Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen". Rund 6.000 junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren haben sich an der Studie beteiligt und von ihren Erfahrungen und Perspektiven währen der Corona-Krise zu berichtet.

Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ setzt sich zusammen aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Stiftung Universität Hildesheim und dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Frankfurt in Kooperation mit der Universität Bielefeld.

Zu den Ergebnissen der Studie JuCo

Hilfsangebote bei sexuellem Kindesmissbrauch

Finanzielle Sorgen, Ausgangsbeschränkungen und die Schließung von Kitas, Schulen und anderer fürsorgender Infrastruktur aufgrund der Corona-Krise lassen einen Anstieg häuslicher und familiärer Gewalt befürchten. Die Kampagne „Kein Kind alleine lassen“ des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) informiert und gibt praktische Hilfen an die Hand.

Alle Infos zur Kamapgne „Kein Kind alleine lassen“ gibt es unter www.deine-playlist-2020.de. Zudem gibt es unter www.deine-playlist-2020.de/erwachsene.php konkrete Handlungsmöglichkeiten und Materialien wie Flyer und Plakate zum Download, Ausdrucken und Verteilen und Tipps zum Verbreiten der Kamapge. #KeinKindAlleineLassen.

Zur Situation geflüchteter Menschen

Geflüchtete Menschen in Gemeinschaftsunterkünften sind in der Corona-Krise besonders gefährdet. Wir haben eine Übersicht der aktuellen Lage zusammengestellt, mit Positionen, Berichten und Inititaiven:
Situation geflüchteter Menschen während Corona-Krise

Als Interessensvertretung von Kindern und Jugendlichen machen wir als Evangelische Jugend auf die Situation von geflüchteten Menschen in Deutschland in der Coronakrise aufmerksam. Wir fordern besondere Unterstützungsleistungen für einen gleichberechtigten Umgang für alle Menschen.
Das Recht auf Schutz vor Corona für alle!

An den europäischen Außengrenzen wie der türkisch-griechischen Grenze und auf den ägäischen Inseln brauchen Menschen dringend Hilfe. Die Lage in den Camps ist katastrophal und untragbar. Durch die Corona-Pandemie verschärfen sich die Bedingungen des Zusammenlebens täglich.
JETZT: Flüchtlingslager evakuieren und Schutz vor Corona schaffen

Inklusion in Zeiten von Corona

Seit Beginn der Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Covid-19 Virus ist zu beobachten, dass inklusive Prozesse durch diese Maßnahmen massiv eingeschränkt und sogar gestoppt  werden. Gesellschaftliche, inklusive Errungenschaften werden kaum beim Nachdenken über Schutzmaßnahmen reflektiert. Menschen mit Behinderungen werden nicht in Entscheidungen, die sie existenziell betreffen, einbezogen. Menschen mit Behinderungen werden pauschal als „Risikogruppe“ eingeordnet, obwohl viele von diesen jungen Menschen gesundheitlich überhaupt nicht als solche zu bezeichnen sind.

Der Vorstand der aej hat dazu das Statement Neue Kategorisierung und Stigmatisierung: von „behindert“ zu „Risikogruppe“ veröffentlicht.

Weitere Informationen

Gesundheit


Kirchen


Öffentliches Leben


Kontakt

Daniela Broda
Referentin für Kinder- und Jugendpolitik
Doris Klingenhagen
Referentin für Inklusion, Migration und Vielfalt
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