Mit dem Gesicht zur Welt - Internationale Jugendarbeit

Jugendliche, die sich auf den Weg zu Partner*innen in anderen Ländern machen, werden erfahren: Das für sie Selbstverständliche ist anderswo gar nicht selbstverständlich und umgekehrt. Die Begegnung mit anderen Jugendlichen und ihrem Alltag rückt die eigene Lebenswirklichkeit in eine neue Perspektive, die bestimmend für den weiteren Lebensweg sein kann. Die Evangelische Jugend ermöglicht und fördert solche Begegnungen in Deutschland mehr als 60 Ländern rund um die Welt.

Frieden und Verständigung

Die Evangelische Jugend engagiert sich für Frieden und die Verständigung zwischen verschiedenen Völkern, Kulturen und Religionen.
Der internationale Jugendaustausch nimmt dabei einen besonderen Platz ein. Er ist einerseits ein politisches und pädagogisches Querschnittsphänomen, das bei Trägern unterschiedlichster Ausrichtungen und Überzeugungen verankert ist. Er ist eine hochmoderne Lebensäußerung und exzellente Vorbereitung für alle Beteiligten an einer globalisierten Gesellschaft, in der Vernetzung und Verbundenheit die neue Normalität sind. Gleichzeitig entspricht diese Form der internationalen Jugendarbeit dem ureigenen Wesen der Kirche als Grenzen und Kulturen überschreitende religiöse Organisationsform. Die Evangelische Jugend zeigt sich darin selbst als ein Teil der weltweit "Einen Kirche", wie sie im Apostolischen Glaubensbekenntnis bekräftigt wird. Diese weltweite Verbundenheit der Evangelischen Jugendarbeit in Deutschland drückt sich in den vielfältigen internationalen Beziehungen aus, die sie zu kirchlichen und weltlichen oder anderen religiösen Partner(inne)n in allen Kontinenten pflegt.

Für jede*n Jugendliche*n und für jede Gruppe gibt es die passende internationale Erfahrung innerhalb der Evangelischen Jugend und ihrer Partnerstrukturen. Sie zu ermöglichen ist Auftrag der hauptberuflich und ehrenamtlich Mitwirkenden in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit.


Jugendaustausch ist mehr als nur Verreisen in der Gruppe

Einen besonderen Stellenwert haben innerhalb der Evangelischen Jugend solche Projekte, die das historisch-politische Lernen im internationalen Kontext in den Mittelpunkt stellen. Dazu zählen Gedenkstättenfahrten zur Geschichte des Nationalsozialismus ebenso wie Programme, die Begegnungen mit den letzten noch lebenden Zeitzeugen und Zeitzeuginnen einbeziehen. Neben die klassischen Programme der Versöhnungsarbeit treten zunehmend inhaltliche Orientierungen in Maßnahmen, die sich mit der neuen Rolle Deutschlands in der Mitte Europas und als in der Weltpolitik engagierte wirtschaftliche Größe befassen.


Wenn aus Freundschaft Zuwendung wird: Die Förderer des Jugendaustauschs

Die Kommunen, die Länder und der Bund haben die Aufgabe, die internationale Jugendarbeit zu fördern. Auf Bundesebene gibt es dafür den Kinder- und Jugendplan des Bundes. Aus ihm fördert auch die Evangelische Jugend die Projekte ihrer Antragsteller*innen. Mit einer Reihe von Ländern gibt es besondere Abkommen über bilaterale Förderung. Momentan sind das Frankreich, Polen, Tschechien, Israel, Russland und Griechenland.


Dossier

Deutsch-französische Jugendarbeit

Vor über fünfzig Jahren haben sich Frankreich und Deutschland auf den Weg gemacht, Freunde zu werden. Die Evangelische Jugend in Frankreich und in Deutschland arbeiten Hand in Hand.


Jugendbegegnungen qualifizieren auf der IBP-Tagung

Jedes Jahr im Herbst bieten aej und ESG in Kooperation die Fachtagung für Verantwortliche internationaler Jugendbegegnungen an (IBP = Internationale Begegnungsprogramme). Leiter*innen von Jugendbegegnungen und alle daran Interessierten haben hier die Möglichkeit

  • sich mit Themen globalen und interkulturellen Lernens auseinanderzusetzen,
  • ihre Kompetenz bei der Programmplanung zu erweitern und
  • sich über ihre aktuellen Fragen und Ideen mit Kolleg*innen auszutauschen.

Förderungen

Pro Jahr werden über die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) etwa 400 internationale Begegnungsprojekte mit Partnern aus mehr als 65 Ländern auf fünf Kontinenten unterstützt. Neben Polen, Frankreich, Israel und Palästina zählen auch Russland und die USA regelmäßig zu den Partnerländern mit dem höchsten Aufkommen an geförderten Austauschprogrammen. Im Bereich der Länder des globalen Südens nehmen Indien, Indonesien, Tansania und Brasilien die vorderen Plätze ein. Neu hinzugetreten ist auf Grund politischer und ökonomischer Entwicklungen die Anbahnung von Kontakten zu Partnern in China und Griechenland.

Die Zielgruppen und Formate dieser Jugendbegegnungen, Seminare und Fachkräftemaßnahmen reichen von Fahrten einzelner Jugendgruppen im Rahmen von Gemeindepartnerschaften über internationale Pfadfindertreffen, Veranstaltungen der Ten-Sing-Bewegung, Jugendbegegnungen mit sportlichen Schwerpunkten, bilaterale Kurse mit Theaterpädagog*innen bis zum Austausch von Kinderzirkusgruppen, Sprachförderangeboten und vielfältigen Maßnahmen der pädagogischen Fortbildung für hauptberuflich und ehrenamtlich Tätige.


Kontakt

Dirk Thesenvitz
Referent für deutsch-französische, internationale und ökumenische Jugendarbeit
Sylvia Kosek-Liguz
Assistentin für deutsch-französische, internationale und ökumenische Jugendarbeit