Deutsch-polnische Jugendbegegnungen

Das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW) hat sich zur Aufgabe gemacht, junge Menschen aus Deutschland und Polen zusammenzubringen, vor allem durch die Förderung von Jugendbegegnungen. Es finanziert und initiiert deutsch-polnische Jugendbegegnungen und unterstützt sie inhaltlich.

Junge menschen unter einer polnischen Flagge

Foto: Pixabay/Robert Pastryk

Seite weiterempfehlen Seite Drucken

Förderfähige Projekte

Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) nimmt für ihre Mitglieder gegenüber dem DPJW die Funktion einer Zentralstelle wahr. Sie berät ihre Mitglieder und bewirtschaftet die Fördermittel unter Beachtung der Richtlinien des Deutsch-Polnischen Jugendwerks.

Folgende Projekte werden über die aej werden aus den Mitteln des DPJW gefördert:

  • Jugendbegegnungen
  • Fachprogramme für Projektleiter*innen
  • Vorhaben im grenznahen Raum
  • Trilaterale Programme
  • Projekte "4x1 ist einfacher"

Nicht gefördert werden:

  • Jugendprojekte mit Teilnehmern aus vier oder mehr Ländern
  • unilaterale Gedenkstättenfahrten
  • Au-Pair-Aufenthalte
  • individuelle Aufenthalte im andern Land, wie etwa private Teilnahmen an Sprachkursen
  • Schulaustauschjahre im anderen Land
  • Studienaufenthalte oder studienbezogene Praktika im anderen Land
  • wissenschaftliche Studien und Vorhaben
  • touristische und kommerzielle Projekte
  • Baumaßnahmen und andere Investitionen
  • Personalkosten

Förderkriterien für Jugendbegegnungen

Formale Kriterien

  • Die Jugendlichen sind zwischen 12 und 26 Jahre alt (in begründeten Fällen können auch jüngere Personen an der Begegnung teilnehmen).
  • Die Begegnung dauert mindestens 4 und höchstens 28 Tage (zugrunde liegt ein Programm, an dem die deutschen und polnischen Jugendlichen gemeinsam teilnehmen).
  • Die Zahl der Teilnehmenden ist ausgeglichen, das heißt an der Begegnung nehmen in etwa genauso viele polnische wie deutsche Jugendliche teil.
  • Die Anzahl der Betreuer und Betreuerinnen sollte an die Gruppengröße angepasst sein.
  • Den Antrag auf Förderung sollten Sie spätestens drei Monate vor Projektbeginn stellen.

Inhaltliche Kriterien

  • Ihr Projekt beruht auf dem Prinzip der Partnerschaft. Sie planen das Projekt gemeinsam mit Ihrem Partner aus dem Nachbarland und reichen auch den Förderantrag und die Abrechnungsunterlagen gemeinsam ein.
  • Für Ihren Programmentwurf gilt: die deutschen und polnischen Jugendlichen sollen die Chance haben, einander kennenzulernen, sich mit ihrem Nachbarland auseinanderzusetzen, mit dessen Geschichte und Alltagskultur.
  • Die Jugendlichen gestalten das Projekt inhaltlich mit und bringen ihre Ideen und Bedürfnisse ein.
  • Die Jugendlichen beider Länder setzen die Programmpunkte gemeinsam um.
  • Die Begegnung darf keinen rein touristischen Charakter haben.
  • Als Organisatorin und Organisator können Sie Form und Inhalte der Jugendbegegnung frei bestimmen.

Vor- und Nachbereitung

Projektorganisatoren und -organisatorinnen
Für den Erfolg eines Projekts sind eine sorgfältige Vor- und Nachbereitung sehr wichtig, gerade bei neuen Partnerschaften. Wir können zwei Tage eines Vorbereitungstreffens oder Nachbereitungstreffens finanziell bezuschussen, diese können jedoch länger dauern.

Jugendliche
Auch für die Jugendlichen sind Vor- und Nachbereitung einer Begegnung wichtig. Auch hier können maximal zwei Tage eines Vorbereitungsseminars und zwei Tage eines Nachbereitungsseminars finanziell bezuschusst werden

Zuschuss zu Projekten in Deutschland

Wenn ein Projekt in Deutschland durchgeführt wird, erhält der deutsche Träger Zuschüsse zu den Programmkosten aller Teilnehmenden sowie Zuschüsse für eine Sprachmittlerin oder einen Sprachmittler.

Zuschuss zu Projekten in Polen

Wenn ein Projekt in Polen durchgeführt wird, erhält der deutsche Träger Zuschüsse zu den Fahrtkosten der deutschen Teilnehmenden für die Hin- und Rückreise zwischen Wohn- und Projektort. Die Versicherungskosten für die Dauer der Reise sind im Zuschuss inbegriffen.

Förderkriterien für Fachprogramme für Projektleiter*innen

Um die Zusammenarbeit von Organisatoren aus beiden Ländern zu intensivieren und die Qualität im deutsch-polnischen Jugendaustausch zu bewahren, werden die Fachprogramme gefördert.

Förderkriterien

  • Das Fachprogramm richtet sich an im deutsch-polnischen Jugendaustausch engagierte Personen.
  • Der deutsch-polnische Jugendaustausch steht thematisch im Vordergrund.
  • Inhaltlich und formal haben Sie bei der Konzeption großen Freiraum: Wir können Workshops zur Methodik des Jugendaustauschs fördern (zu Sprachanimation, Vermittlung historischen Wissens, Erlebnispädagogik u.a.), ebenso wie Sprachkurse oder Kontaktbörsen.

Förderanträge

  • Um ein Fachprogramm zu beantragen nutzen Sie bitte das Formular Gemeinsamer Antrag und kreuzen Sie darin unter "Art des Projekts" den Punkt "Fachkräfteprogramm" an.

Förderkriterien für Vorhaben im grenznahen Raum

Die Bezeichnung „grenznah“ bezieht sich auf die deutschen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Sachsen und die polnischen Woiwodschaften zachodniopomorskie (Westpommern), lubuskie (Lebuser Land) und dolnośląskie (Niederschlesien).
Vorhaben im grenznahen Raum sind Jugendbegegnungen, die im grenznahen Raum stattfinden, mit Teilnehmern, die dort auch wohnen.
Hier gelten die Förderkriterien für eine Jugendbegegnung.
Die Vorgaben für die Programmdauer und das Alter der Teilnehmer können jedoch von den Kriterien abweichen. Wenn die Begegnung im grenznahen Raum stattfindet, werden auch Projekte mit nur einem Programmtag Dauer gefördert und die Teilnahme von Jugendlichen, die jünger als 12 Jahre alt sind, wird anerkannt.

Förderkriterien für Trilaterale Programme

An einer deutsch-polnischen Jugendbegegnung können auch Jugendliche aus einem dritten Land teilnehmen – egal ob aus einem anderen europäischen Land oder einem außereuropäischen.
Beachten Sie: Internationale Projekte mit Teilnehmenden aus vier oder mehr Ländern können wir nicht unterstützen.

Grundsätzlich gilt, dass die Förderung trilateraler Projekte in Deutschland oder in Polen den Regeln für rein deutsch-polnische Projekte entsprechen.

  • Die Teilnahme von Jugendlichen und Betreuern aus einem dritten Land kann über die Programmkosten gefördert werden.
  • Die Reisekosten der Jugendlichen aus dem Drittland können ab der deutschen bzw. polnischen Grenze zum Veranstaltungsort gefördert werden.

Zusätzlich werden Informationen über den Partner aus dem Drittland benötigt. Dafür füllen Sie bitte die Anlage „Trilaterales Projekt“ aus.
Da es viele Sonderregelungen bei der Förderung von trinationalen Maßnahmen über das DPJW gibt, weisen wir Sie direkt auf die Website des DPJW hin.

Förderkriterien für Projekte "4x1 ist einfacher"

Mit diesem Modellprojekt haben Sie die Möglichkeit Projekte, die nicht mit einer Teilnehmerliste abgerechnet werden können, fördern zu lassen, wie zum Beispiel Publikationen, Ausstellungen, Konzerte und andere offene Veranstaltungen.

Förderkriterien

  • Beantragt wird formlos mittels einer Projektbeschreibung und einem Kosten- und Finanzierungsplan.
  • In der Projektbeschreibung muss der Bezug zum deutsch-polnischen Jugendaustausch erkennbar sein.
  • Abgerechnet wird mit einem Sachbericht, einer zahlenmäßigen Aufstellung der Ausgaben und Einnahmen und ggf. Belegexemplaren.
  • Festgesetzt werden 90% der geltend gemachten Kosten, maximal 1.000 Euro.
  • Auch für 4x1 gelten die weiteren Regelungen der DPJW-Förderrichtlinien.
  • Da die 10% Eigenmittel nachgewiesen werden müssen, ergeben sich rechnerisch für die maximale Fördersumme Gesamtkosten von mindestens 1.111 Euro. Aus diesen Zahlen leitet sich der Name des Modellprojekts ab: 4 x 1 ist einfacher.

Allgemeine Förder-Kriterien

Zuwendungs- und Finanzierungsarten

Zuwendungen werden ausschließlich als Projektförderung zur Deckung von Ausgaben des Zuwendungsempfängers für abgegrenzte Vorhaben vergeben.
Die Zuwendungen erfolgen als Teilfinanzierung, in der Regel in Form der Festbetragsfinanzierung.
Ein angemessener Eigenbetrag, auch in Form eines Teilnehmerbeitrages, ist hier einzubringen.

Versicherung

Für die Dauer der geförderten Veranstaltung sind die Teilnehmerinnen/Teilnehmer ausreichend gegen Unfall, Krankheit, Haftpflicht und Schadensersatzansprüche zu versichern.
Die aej empfiehlt ein Versicherungspaket beim Jugendversicherungswerk (Deutscher Ring). Ferner bietet auch die Ecclesia Versicherungsdienst GmbH spezielle Versicherungen an.

Beantragung anderer Zuschüsse

Für deutsche Antragsteller gilt, dass eine gleichzeitige Projektförderung aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes sowie aus Europaischen Mitteln (z.B. aus dem Programm JUGEND IN AKTION ausgeschlossen ist.
Soweit landeseigene Mittel der Bundesländer beantragt werden, ist eine Kopie des Antrages an das zuständige Landesministerium und gegeben falls eine Bewilligung des Landesministeriums dem Antrag an das DPJW beizufügen.

Wichtige Informationen zur Förderung durch das DPJW


Wichtige Unterlagen für den Verwendungsnachweis



Kontakt

Alexandra Warschawski
Sachbearbeiterin für Öffentliche Förderung
Seite weiterempfehlen Seite Drucken