Erasmus+ (Programmgeneration 2021-2027)

Das „Erasmus+“ Programm bietet eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten für die evangelische Kinder- und Jugendarbeit. Gefördert werden können unter anderem internationale Jugendbegegnungen, Mobilitäten von Fachkräften, Jugendpartizipationsprojekte und Kooperationspartnerschaften von Organisationen.

Graffiti an Brüsseler Hausfassade
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Was ist Erasmus+?

Das Programm „Erasmus+ für Bildung, Jugend und Sport“ ist eines der wohl bekanntesten Fördermittelprogramme der Europäischen Union. Es hat zum Ziel, sowohl Personen als auch Organisationen in den Bereichen Bildung, Jugend und Sport zu unterstützen. Zwei wesentliche Fördermöglichkeiten des Programms sind die Unterstützung von Mobilitäten (also von kurzen oder längeren Aufenthalten von Einzelpersonen oder Gruppen) im europäischen Ausland zu Lernzwecken und die Förderung der transnationalen Zusammenarbeit von Organisationen.

Mehr als Auslansstudium - die fünf Bildungsbereiche

Anders als landläufig oft angenommen, fördert das „Erasmus+“ Programm nicht nur Auslandsaufenthalte von Studierenden, sondern ermöglicht die Förderung von Projekten in insgesamt fünf verschiedenen sogenannten Bildungsbereichen. Die Bildungsbereiche sind:

  • vorschulische und schulische Bildung,
  • Hochschulbildung
  • berufliche Bildung,
  • allgemeine Erwachsenenbildung und der
  • Jugendbereich „JUGEND IN AKTION“.

Für eine Antragstellung von Akteuren der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit ist in aller Regel nur der Programmbereich „JUGEND IN AKTION“ von Interesse. In diesem Bereich können Anträge für verschiedener Formate der Arbeit mit jungen Menschen (13 bis 30 Jahre) gestellt werden. Zugleich gibt es auch Fördermöglichkeiten für Fachkräfte in der Jugendarbeit und Jugendeinrichtungen. Die weiteren Angaben auf dieser Seite beziehen sich ausschließlich auf den Programmbereich „JUGEND IN AKTION“.

Die drei Leitaktionen

Das Programm „Erasmus+“ gliedert sich insgesamt in drei Leitaktionen.

Die Leitaktion 1
dreht sich im Kern um verschiedene Arten von Lernmobilitäten die in der Regel im europäischen Ausland absolviert werden sollen. So bietet die Leitaktion 1 Fördermöglichkeiten für internationale Jugendaustausche, Mobilitäten von Fachkräften oder Jugendpartizipationsprojekte. Bei den letzteren handelt es sich um Projekte zur Stärkung der aktiven Beteiligung junger Menschen am demokratischen Leben und des Dialogs zwischen jungen Menschen und politischen Entscheidungsträgern.

Die Leitaktion 2
steht unter dem Thema „Kooperation von Organisationen“. Hier soll Organisationen und Einrichtungen aus dem Jugendbereich die Möglichkeit gegeben werden, sich bi-, tri- oder multinational mit anderen Organisationen zu vernetzen, gemeinsame Fragestellungen oder Herausforderungen zu bearbeiten, oder Produkte (wie zum Beispiel ein Handbuch, eine Methode oder ein Online-Informationsportal) zu entwickeln und zu verbreiten.

Die Leitaktion 3
dient dazu, politische Reformvorhaben auf europäischer Ebene umzusetzen. Zu diesem Zweck veröffentlicht die EU-Kommission im Rahmen der Leitaktion 3 in unregelmäßigen Abständen spezifische, zeitlich begrenzte Aufrufe. Zudem ist die strukturelle Förderung europäischer Jugendorganisationen (Dachverbände) in „Erasmus+ JUGEND IN AKTION“ Teil der Leitaktion 3.

Was ist förderfähig?

Im Jugendbereich von „Erasmus+“ gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Fördermöglichkeiten. Da es sich bei „Erasmus+“ jedoch um ein europäisches Förderprogramm handelt, gilt grundsätzlich, dass man für ein Vorhaben mindestens einen europäischen Partner braucht. Im Rahmen von „Erasmus+“ gibt es jedoch mit den Jugendpartizipationsprojekten einen Ausnahmefall, der auch eine Förderung von Projekten ohne die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern zulässt.
Aus welchen Ländern Organisationen als Partner in Frage kommen und alle weiteren wichtigen Rahmenbedingungen für förderfähige Projekte sind im sogenannten Programmleitfaden für „Erasmus+“ zu finden. Hier finden sich auch alle relevanten Informationen zu den aktuellen Fördersätzen und alle Details rund um das Verfahren der Antragstellung.

  1. Bi-, tri- oder multilateraler Jugendaustausch mit einem inhaltlichen Programm

     

  2. Weiterbildung von Fachkräften der Jugendarbeit durch Aktivitäten wie Seminare, Schulungen, Kontaktveranstaltungen, Studienaufenthalte im Ausland

     

  3. Förderfähig sind Formate, die die aktive Beteiligung junger Menschen am demokratischen Leben (zum Beispiel Dialogprozesse mit politischen Entscheidungsträgern) sowie das europäische Bewusstsein junger Menschen fördern (zum Beispiel durch Workshops, Seminare, Debatten, Konsultationen, Kampagnen zu relevanten Themen, Simulationen); hier sind ausnahmsweise auch rein nationale Projekte förderfähig.

     

  4. Im Rahmen von Kooperationspartnerschaften haben Organisationen die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zur Vernetzung untereinander, zur Entwicklung und Verbreitung von Produkten, zur Entwicklung der Qualität der Arbeit oder zum Kapazitätsaufbau bei den beteiligten Organisationen.

     

  5. Sie bieten ähnliche Möglichkeiten wie die Kooperationspartnerschaften, ermöglichen aber einen leichteren Zugang und richten sich vor allem an kleine oder unerfahrene Antragsteller.

     

Weiterführende Informationen

Wichtige Links


Die nationale Agentur „Jugend für Europa“

Um das Programm „Erasmus+“ für Bürger*innen zugänglicher zu machen, hat die Europäische Kommission für einige Förderprogramme eine Reihe sogenannter Nationaler Agenturen geschaffen. Sie sind unter anderem für die Beratung von Antragstellenden oder die Genehmigung von Förderanträgen zuständig.
Die zuständige deutsche Nationale Agentur für die Beantragung von Fördermitteln im Jugendbereich (JUGEND IN AKTION) in „Erasmus+“ ist „Jugend für Europa“. Sie hat ihren Sitz in Bonn. Zu ihren Aufgaben zählt es unter anderem, Antragstellende zu beraten, über das Programm zu informieren, den Bewilligungsprozess zu organisieren und die sachgemäße Programmdurchführung sicherzustellen. Antragstellende können sich im Vorfeld zum Beispiel mit konkreten Fragen an die Agentur wenden oder eine Antragsskizzenberatung erhalten.

Veranstaltungen

    1. EU-Förderseminar für Neueinsteiger*innen

      Das aej-Infoseminar zu europäischen Fördermitteln für die evangelische Jugendarbeit soll Neueinsteiger*innen einen ersten Überblick über die europäische Förderlandschaft vermitteln. Wichtige europäische Förderprogramme für die evangelische Jugendarbeit werden vorgestellt.
    1. EU-Förderseminar für Erfahrene

      Im aej-Infoseminar für erfahrene Antragsteller*innen mit Informationen zur neuen Fördermittelgeneration (2021-2027) erfahren Antragsteller*innen, die bereits Vorkenntnis im Bereich der Europäischen Fördermittel haben, was sich mit dem Wechsel zur neuen Generation der EU-Förderprogramme ab dem Jahr 2021 ändert.

Kontakt

Dorothee Ammermann
Referentin für Europäische Jugend- und Bildungspolitik
Marianne Malten
Assistentin für Europäische Jugend- und Bildungspolitik
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